Wissen über Corona in Leichter Sprache

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Simultan-Dolmetschen in Leichte Sprache

Wer sind wir und was möchten wir Ihnen anbieten?

Wir sind ein bundesweiter Zusammenschluss von Kommunikationsassistenzen.
Und wir möchten Ihnen unsere Unterstützung im Umgang mit Patient*innen anbieten, die

  • eine kognitive Beeinträchtigung haben.
  • dementiell erkrankt sind.
  • über einen geringen Wortschatz der deutschen Sprache verfügen.
  • aufgrund anderer Beeinträchtigungen einfache oder Leichte Sprache benötigen.

Unsere Hilfestellung bezieht sich auf die Patient*innen, die in Kliniken oder Ambulante Abstrichstellen kommen, um sich auf eine mögliche Ansteckung mit dem Corona-Virus testen, beraten oder behandeln zu lassen.

Die Corona-Krise betrifft alle Menschen, in allen Lebenslagen, jeden Lebensalters, aus jedem Kulturkreis, mit und ohne Behinderung. Das Verstehen der ärztlichen Informationen ist in dieser Zeit wichtiger denn je.  Meistens vermitteln Bezugsbetreuer*innen Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen die wichtigen ärztlichen Anweisungen im Rahmen ihrer persönlichen Assistenz. Doch aus verschiedenen Gründen, z. B. der Ansteckungsgefahr kann es sein, dass eine Begleitung durch eine persönliche Assistenz in die o.g. Einrichtungen des Gesundheitswesens im Einzelfall nicht möglich ist. 

Die Kooperation der Kommunikationsassistenzen der Leichten Sprache möchte Sie alle unterstützen und bieten in der Corona-Krise das Dolmetschen in Leichter Sprache als Fern- oder Online-Dolmetschen an. Hier finden Sie eine Liste der beteiligten Dolmetscherinnen.

Finanzierung

Die Finanzierung von des Dolmetschens in Leichter Sprache im Gesundheitswesen ist derzeit noch nicht geklärt!
In anderen gesellschaftlichen Bereichen z. B. in Verwaltungsverfahren sind zumindest Verdolmetschungen in Gebärdensprache gesetzlich vorgesehen und werden finanziert. Das ist bei jeglicher Art der barrierefreien Kommunikation im Gesundheitswesen noch nicht der Fall.
Da es aber einen großen Bedarf nach Erklärungen in Leichter Sprache gibt, gerade jetzt, werden wir unsere Dolmetschleistungen in der Corona-Krise auch kostenfrei zur Verfügung stellen. Das ist der Konsens von den derzeit allen als Dolmetscherinnen für Leichte Sprache tätigen Akteurinnen bundesweit. 

Sicherung der Verständigung

Stellen Sie bitte vor dem Patientengespräch und vor der Testung im ersten Kontakt mit dem von uns o. g. adressierten Personenkreisen und/oder deren persönlichen Assistenzen fest, ob die Zielperson eine Unterstützung durch eine Kommunikationsassistenz wünscht. Die in diesem Fall hinzuzuziehende Dolmetscherin für Leichte Sprache kann auch eine große Hilfe für die untersuchenden Ärzte, das Pflegepersonal und sogar für die persönliche Assistenz leistenden Bezugsbetreuer*innen sein.

Einbeziehung der Zielgruppe Leichter Sprache und deren persönlichen Assistenzen

Die Corona-Krise stellt uns alle vor große Herausforderungen: Wir müssen Dinge auf andere Arten erledigen, als zuvor. Wir passen unser Handeln auf die veränderten Rahmenbedingungen an. Das ist sehr komplex und eine echte gesellschaftliche Herausforderung.
Dabei müssen wir alle Menschen mitnehmen. Deshalb haben wir dieses Angebot sehr eng am wahrgenommenen und artikulierten Bedarf der Zielgruppe Leichter Sprache entworfen, mit denen wir täglich zusammenarbeiten. Wir haben mit Assistenzen und Institutionen gesprochen.

Auch wenn der Ablauf vielleicht an der einen oder anderen Stelle noch nicht ganz ausgefeilt ist, möchten wir Sie bitten die Kommunikationsunterstützung durch Leichte Sprache zu nutzen.
Sie haben zusätzlich auch die Möglichkeit auf die Texte und Kommunikationstafeln in Leichter Sprache für das Gesundheitswesen zuzugreifen. Die Texte können heruntergeladen werden und sind in Kürze auch als Druckerzeugnisse verfügbar.

Unter www.corona-leichte-sprache.de erfahren Sie mehr über diese Initiative und haben Zugriff auf Texte in Leichter Sprache, sowie auf die Liste der Dolmetscherinnen für Leichte Sprache bundesweit. 

Ablauf für das Fern- bzw. Onlinedolmetschen

  • Die Patient*in wünscht Unterstützung durch Leichte Sprache.
  • Wählen Sie anhand der Ihnen vorliegenden Liste eine Dolmetscherin aus. Oder sagen Sie der Patient*in, dass Sie eine Dolmetscherin von der Liste kontaktieren soll.

Alle Dolmetscherinnen auf der Liste bieten Fern- bzw. Onlinedolmetschen an, hierbei ist der Standort der Dolmetscherin nichtrelevant. 

  • Die Patient*in oder die Einrichtung des Gesundheitswesens tritt in Kontakt mit der Dolmetscherin. Vorab können Informationen ausgetauscht werden über: einzusetzende Technik (Telefon oder Video-Konferenz, Plattform der Konferenz, Schweigepflichtsentbindung undVerschwiegenheitserklärung, Thema des bevorstehenden Arzt-Patienten-Gesprächs).
  • Wenn die Dolmetscherin verfügbar ist, informieren Sie die Patient*in oder die Patient*in informiert die Einrichtung des Gesundheitswesens. Kontaktdaten, Telefonnummer und E-Mail-Adresse werden bekannt gegeben.
  • Sofern es ein Zeitfenster gibt, kann die Patient*in die Dolmetscherin vorher kennenlernen. Das ist für den Personenkreis wichtig, da der bevorstehende Termin in der Einrichtung des Gesundheitswesens ein emotional belastendes Ereignis ist. 
  • Der Termin findet statt. Die Einrichtung des Gesundheitswesens oder die Patient*in stellen den Kontakt unter Nutzung des vereinbarten Mediums zur Dolmetscherin her.
  • Platzieren Sie den Monitor oder das Telefon so, dass die Dolmetscherin die Gesprächssituation erfassen kann und alle Beteiligten gut hörbar sind.
  • Wichtig für eine gelingende Gesprächssituation:
    • Sprechen Sie die Dolmetscherin direkt an.
    • Schauen Sie gelegentlich auch auf die Dolmetscherin (Video-Konferenz).
    • Verifizieren Sie zwischendurch, ob die Technik noch funktioniert.
    • Erkennen Sie Rückfragen der Dolmetscherin und lassen diese zu.
    • Bitte sprechen Sie langsam und deutlich.
    • Ermutigen Sie die Patient*in Nachfragen zu stellen.
    • Vermeiden Sie Suggetiv-Fragen:
      Nicht: „Sie haben bestimmt schon etwas über den Ablauf des Tests gehört.“
    • Stellen Sie offene Fragen.
      Statt: „Fühlen Sie sich schlecht?“
      Besser:“ Woran haben Sie gemerkt, dass Sie sich schlecht fühlen?“
    • Lassen Sie sich von der Dolmetscherin bei der Auswahl verständlicher Wörter und Sätze unterstützen. Sie können die Dolmetscherin auch als Ihre Gesprächsassistentin hinzuziehen. 
  • Wenn das Gespräch zu Ende ist, denken Sie daran, auch die folgenden Anweisungen dolmetschen zu lassen. Der Ausblick: Was ist jetzt zu tun?, ist  für die Patient*in von besonderer Relevanz.

Rückmeldung

Dieses Angebot der Dolmetscherinnen für Leichte Sprache soll dabei helfen, alle Menschen in der Corona-Krise mit wichtigen Informationen zu versorgen. Dabei hilft die barrierefreie Kommunikation. Helfen Sie uns, damit wir gemeinsam das Beste in dieser Situation für alle Menschen erreichen können.
Geben Sie uns eine Rückmeldung, damit wir die Art der Unterstützung noch besser auf die Situation anpassen können.

Gerne würden wir auch in den Medien über gelingende barrierefreie Kommunikation berichten.

Kontakt zur Task-Force Leichte Sprache

Anne Leichtfuß
www.corona-leichte-sprache.de
info@leichte-sprache-simultan.de.    

Ähnliche Angebote gibt es auch für Menschen mit Sinnesbehinderungen und anderen Einschränkungen. Den Kontakt finden Sie hier:
Laura M. Schwengber
www.barrierefreiposten.de
dolmetschen@lauramschwengber.de

 

 



 

 

 

 

 

Download: 20-04-03_Dolmetschende_LeichteSprache